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Matthias Schröder - My Blog
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Ueber Wirtschaft hinaus…

Mittwoch, 7. Oktober – Drehtag #3, Queenstown

Wirtschaften ist ein uralter Bestandteil menschlichen Zusammenlebens. Durch Handel und Dienstleistungen entstehen Gemeinschaft und Gesellschaft. Dadurch, dass mein Nachbar etwas hat, was ich brauche (und umgekehrt), gehen wir eine Beziehung miteinander ein; in einigen Faellen freiwillig, in anderen gezwungenermassen.


Manche Raeumlichkeiten erfordern ungewoehnliche Kamerafuehrung

Da meine eigene Leistungsfaehigkeit limitiert ist, bin ich auf ihn angewiesen. Wir fuehlen uns ein Stueck vollstaendiger. Und das haelt uns auch davon ab, uns gegenseitig die Gurgel durch zu schneiden.

Den Vormittag verbrachten wir mit Thomas, Entwicklungshelfer beim DED. Wir interviewten ihn zu Themen der lokalen Wirtschaftsentwicklung und den Schwerpunkten seiner Arbeit. Gerade aufgrund der Geschichte Suedafrikas sei seine Rolle als externer Mediator nicht zu unterschaetzen. Black, white, coloured entrepreneurs an einen Tisch zu bekommen sei schon schwierig. Auch muessen Frauen in ihren wirtschaftlichen Belangen gefoerdert werden. Und dann seien es teilweise ganz pragmatische Dinge, wie den Kollegen zu zeigen, wie man Daten in eine Excel-Tabelle einfuegt oder ein Formular erstellt.

Off-the-record allerdings ist neben der Entwicklung von Handelskammern, der Fortbildung von Fuehrungskraeften und der Beratung in der Kommunalverwaltung auch wichtig: dadurch, dass wir als Auslaender nicht so funktionieren, wie es unsere Hautfarbe im Kontext definiert, koennen wir uns unvoreingenommen auf die verschiedenen Subkulturen und communities einlassen und Alternativen im Miteinander durch Beispiel aufzeigen. Zugespitzt gesagt.

Das trifft auch zu fuer die weltwaertsler, die ich im Township Mlungisi besucht habe. Im Interview, dass ich mit den vieren und einem Nachbarn gefuehrt habe, wurde klar, dass das ein schoenes Erlebnis fuer sie ist, wie sehr sie die black community durch ihre reine Anwesenheit ueberraschen. Albert, der Nachbar, meinte im Interview, dass es fuer ihn ziemlich kurioses ist, weisse im Township zu treffen. Und dann zu erfahren, dass diese dort wohnen.

Ein kulturell kurioser Tag. Leider habe ich mitlerweile die Nase voll, Bilder von Leuten an Laptops und Schreibtischen zu schiessen. Ein Vorstandsmitglied der Business Women‘s Association Queenstown half uns als Statistin aus und wurde spontan als Thomas counter-part eingefuehrt. Die beiden in einer belebten Strasse, viele Farbtoene (natuerlich auch aufgrund der Hautfarben) und die Berge, die Queenstown einrahmen, ergaben schoene Bilder, auf die ich mich bei der Nachbearbeitung freue.



October 7, 2010 | 2:10 AM Comments  0 comments

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